Montag, 1. Mai 2017

Hannoi. Oder: Hannover im April.

 
Was ist persönlicher, als euch mit zu nehmen auf eine Tour durch mein geliebtes Hannover?


KEINE AHNUNG!

Vor ziemlich genau einem Jahr stolperte ich über Nathalie Schwarz Fotografie.
Sie wollte Hannover besuchen und war auf der Suche nach jemandem, der sich die Zeit nimmt und ihr einen Tag lang Hannovers schönste Ecken zeigt.



 
 
Als Hannoveranerin ruft das bei mir ein kurzes Lachen hervor.
Wo genau soll man denn da anfangen und wo aufhören? Da braucht man schon etwas länger als einen einzigen Tag!
Letztendlich habe ich mich entschieden, dass wir da hin gehen, wo Hannovers Herz schlägt- genau ins Zentrum.
Startpunkt: Maschsee. Da wo die Liebesschlösser am Geländer hängen.



Es war ein klassischer Apriltag in Hannover. Innerhalb weniger Wimpernschläge wechselte das Wetter von blauem Himmel und Sonnenschein zu kalt, windig und ungemütlich- sogar Hagel und Schnee erwischten uns zeitweise. Aber das hat uns vor einem Jahr nicht abgehalten- und soll es euch heute auch nicht, mir durch Hannover zu folgen. Auf geht's!
 
 


Vom Nordufer des Maschsees aus liefen wir am Nordufer entlang am Marriot Hotel vorbei zur AWD Arena- der Heimat von Hannover 96. <3
Direkt gegenüber liegt der Schützenplatz, der im Sommer das weltgrößte Schützenfest beherbergt. Hier gibt es auch die berühmte Lüttje Lage meterweise zu kaufen. Unser Weg führte uns Richtung Waterloo Biergarten und Waterloo Säule- denselben Weg, den auch hunderte und tausende Fussballfans nehmen auf ihrem Weg zu den Roten.



 
Nun also standen wir am City Ring- Blick nach rechts Richtung NORD LB und Aegi, nach links Richtung Universität und Herrenhäuser Gärten.
Wie wundervoll, dass an diesem Tag zufällig Flohmarkt am Leineufer war- direkt hinter dem Landtag entlang.
Jeden Samstag kann man hier stöbern und schnacken.
Diese Chance ließen wir uns nicht entgehen und auch die Indianerprinzessin war nicht mehr zu halten- raus aus dem Kinderwagen, rein ins Getümmel!



An diesem Tag trug ich, wie so oft,  meine geliebten Lederstiefel.
(Diese Stiefel hat mir mein Mann gekauft, als wir frisch zusammen waren.
Die Schuhverkäuferin schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen und meinte, ein Mann soll seiner Nicht-Ehefrau keine Schuhe schenken, das sei ein böses Omen, die Frau würde die Füße in die Hände nehmen und ihm weglaufen vor der Ehe.
 
Wie man sieht- er hat die Schuhe gekauft und ich bin noch da.)
 



Völlig fasziniert lief die Indianerprinzessin zwischen all den Trödeltischen entlang und fand das ein oder andere, das sie näher betrachten wollte.
 


 
 
Vom Leineufer aus gingen wir Richtung Altstadt und Ballhof. Eigentlich schon alleine für sich einen Ausflug wert. Hier gibt es zur Weihnachtszeit den wahrscheinlich schönsten Weihnachtsmarkt überhaupt. Er besteht aus mehreren Bereichen- dem traditionellen Weihnachtsmarktteil- und einem Weihnachtswald, einem finnischen Weihnachtsdorf und einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. (Dazu habe ich im Dezember auf FB Love,Bella schon Fotos gezeigt!)



Hier seht ihr einen Teil der Altstadt (rechts) und des historischen Museums (links). Im historischen Museum kann man unter anderem alte Kutschen bestaunen und vieles über die Geschichte Hannovers erfahren.
Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr links den Holzmarktbrunnen erkennen. Er steht genau vor dem Leibnizhaus, in dem Gottfried Wilhelm Leibniz gelebt hat- nach dem auch unsere Universität benannt ist.
 


 
Blick in den Himmel am Ständehauseck. Links die alteingesessene Buchhandlung, in der Mitte der Turm der Marktkirche. Kopfsteinpflaster und kleine Cafes runden hier den unglaublichen Charme unserer Altstadt ab- ein Besuch hier lohnt sich immer!

 
Nun aber ab in den trubeligen Teil von Hannover- die City.
Der Kröpcke ist vermutlich genau der Punkt in Hannover, wo das Herz Hannovers schlägt.
Treffpunkt und auch zugleich der Ort, von wo aus man in alle Himmelsrichtungen gehen kann und zu den schönsten Ecken Hannovers kommt.
Unter dem Kröpcke entlang läuft die Passarelle- oder auch Niki de Saint Phalle Promenade.
 
Die Nanas von Niki stehen am Leineufer und gehören zu Hannover wie der Leibnizkeks.
Niki de Saint Phalle und Hannover hat eine sehr enge Freundschaft verbunden und das erkennt man noch heute an vielen Ecken.



 
(Blick Richtung Steintorviertel)
 
Inzwischen waren wir ziemlich durchgefroren und wärmten uns im der Ernst August Galerie bei einem Kakao auf.


 
Den Rückweg wählten wir diesmal durch die trubelige Innenstadt, vorbei am Alten Rathaus (dort haben mein Mann und ich geheiratet).
Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr im Hintergrund den Kirchturm der Marktkirche erkennen- ihr seht, wir sind wieder am Rande der Altstadt und nahe dem Leineufer!



Nun setzten Hagel und Schnee ein. Zum Glück waren wir hinter dem Neuen Rathaus durch die vielen Bäume etwas geschützt. 


April, April, der macht was er will- nur wenige hundert Meter weiter plötzlich strahlender Sonnenschein <3
Für uns die perfekte Gelegenheit, noch einmal Fotos von meiner Kezia zu machen, die es bislang noch nie vor die Kamera geschafft hatte.
Für mich als Hannoveranerin ein schönes Gefühl, das Neue Rathaus im Hintergrund zu sehen, untermalt von den Magnolienbäumen am Rand der Maschteiche.


 
Wenn man bedenkt, dass die Fotos 1 Jahr her sind und ich inzwischen ganz anders aussehe, ist es für mich trotzdem eine wunderschöne Erinnerung an diesen Tag. Das ein oder andere Bild wird sicherlich seinen Weg in einen Bilderrahmen finden, da bin ich sicher.





Seltenheitswert haben Bilder von mir zusammen mit den Kindern. Etwas, das ich dringend ändern sollte.
Diese Aufnahmen von Lu und mir finde ich nämlich selbst ganz ganz zauberhaft und könnte sie ewig anschauen.
Lu ist in dem einen Jahr unglaublich gewachsen und hat sich entwickelt- dennoch ist es Nathalie gelungen, einen wunderschönen Moment festzuhalten, einzufrieren, zu konservieren für die Ewigkeit.
Ich werde diesen Fotoschatz hüten- vielleicht sogar in einem schwarzen Fotoalbum mit silbernem Knopf...





Nicht nur wir waren zum Fotografieren dort- auch ein frisch vermähltes Brautpaar ließ sich vor der traumhaften Kulisse ablichten.
(By the way, es war ein unglaubliches Hochzeitskleid!! Ich schätze, im Stil der 30er oder 40er Jahre- und eine wunderschöne Braut)
Da die Indianerprinzessin fasziniert war, wurde das Brautpaar auf sie aufmerksam. Kurzerhand zog die Braut eine Blume aus ihrem Brautstrauß und schenkte sie ihr. Diese Blume liegt noch immer zum Pressen in einem dicken Buch und wurde nicht vergessen.

 
Nun waren wir am Ende unserer Tour angelangt.
Ich hatte das Gefühl, Nathalie noch tagelang durch Hannover führen zu können um ihr zu zeigen, dass Hannover so viel schöner, besser, aufregender, vielschichtiger und tiefergehender ist als sein Ruf.



Zum Abschied gab es noch ein Foto von Nathalie und mir zusammen- und einen letzten Blick über die Maschteiche und auf mein geliebtes Neues Rathaus mit dem schiefen Aufzug im Turm.
 



Das war meine kleine Stadtführung durch mein Hannoi für euch. Ich hoffe, es hat euch gefallen, trotz Hagel, Schnee und Kälte und dass ihr auf den Geschmack gekommen seid, Hannover einmal persönlich unter die Lupe zu nehmen.
Es gibt soviel mehr, das sich lohnt, entdeckt und erobert zu werden, hier bei uns kühlen servierten Nordlichtern.
 
 
Zum Abschluss vielleicht noch die ein oder andere wichtige Information, wenn ihr hier herkommt.
 
Bei uns trifft man sich unterm Schwanz.
Das bedeutet, man verabredet sich am Reiterdenkmal vor dem Hauptbahnhof.
 
 
Bei uns begrüßen wir uns mit "Moin".
 
Und:
"Na" ist bei uns ein universeller Ausdruck und ein vollständiger Satz zugleich.
Er kann ALLES bedeuten.
 
Er kann Begrüßung sein oder einfach der Hinweis dass man den anderen zur Kenntnis genommen hat. Er kann Frage sein und bedeuten "Wie geht es dir?"... ganz nach Betonung ist "Na" anwendbar und erfordert manchmal gar keine andere Antwort als "Na!" Es kann so einfach sein ;-)
 
Uns wird oft nachgesagt, wir wären unterkühlt und zurückhaltend.
 
Das mag zutreffen auf Menschen die wir noch nicht kennen. Aber wir Hannoveraner sind troy.
Haben wir jemanden ins Herz geschlossen, ist es vorbei mit der Zurückhaltung! Wen wir lieben, lieben wir- mit derselben Innigkeit wie wir unser Hannover lieben.
 
Und es gibt 2 Wochen im Jahr, in denen wir alles andere sind als zurückhaltend:
 
Schützenfest-Zeit.
 
Ihr wollt sehen, wie wir Hannoveraner feiern können?
 
Dann solltet ihr dahin kommen. Auf den großen Schützenplatz, direkt am Maschsee, neben der AWD Arena, hinter dem Neuen Rathaus, an der Ecke vom Waterloo.
 
Dort findet ihr uns- und dann stoßen wir an mit einer Lüttje Lage!
 
 
 
Habt es schön!
 
Danke liebe Nathalie für diesen wunderschönen Tag und die unglaublich tollen Fotos <3 Du hast mein Hannover festgehalten und gezeigt, wie es wirklich ist. Ich danke dir dafür!


Wer MEHR lesen möchte- und noch etwas persönlicher als hier, der kann HIER weiterlesen wie Nathalie über unseren Ausflug berichtet.

HIER findet ihr als Alternative auch ihren FB Blog: https://www.facebook.com/NathalieSchwartzPhotographie/?fref=ts


und hier meinen:
https://www.facebook.com/LoveBellaDIY/
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Die Fakten:
 
Ich trage eine Kezia von Schnittgeflüster, die Indianerprinzessin trägt eine Himmlische Luise Leggins von Himmelblau und eine Marie von Fee Fee.
Die Stoffe dafür habe ich von ACHWIEFEIN in Celle.
 
Die Fotos hat Nathalie von Nathalie Schwarz Fotografie gemacht.
 
 
 
 
 



Sonntag, 2. April 2017

Into the Wild- oder: warum der Weg in die Wildnis manchmal die Angst in deinem Kopf besiegt.




 
 
Manchmal haben wir Respekt vor etwas.
Vor einer Situation oder einer Herausforderung oder etwas Neuem.

Und manchmal passiert es, dass man soviel Respekt hat, dass man versucht, die Situation zu umgehen- weil man Angst hat zu versagen oder es zu versauen oder oder oder...

So ging es mir mit der PowPowJuna von muckelie.



Ewig und drei Tage stand sie auf meiner To Sew Liste- weil ich sie nämlich prinzipiell mega finde. Zumindest die Nähwerke von anderen Powpow Juna Näherinnen haben mich immer und immer wieder beeindruckt und geflashed.
Aber immer wieder bekam ich mit, dass es wohl so einige "tricky" Stellen im Schnittmuster gibt, die nicht so einfach zu meistern sind.


Und aus Respekt wurde irgendwann etwas größeres.
Ein Hauch von Angst.



Und immer und immer wieder verschob ich das Projekt, fand Ausreden, fand neue Projekte, die viel dringender waren (vermeintlich).

Alles nur, um es weiter vor mir hin zu schieben- obwohl es mich nicht los ließ und ich sie UNBEDINGT nähen wollte.
Und dann kam 2017 und ich hatte mir zum Ziel gesetzt, lange geplante Nähvorhaben in diesem Jahr endlich zu nähen.

Bislang hat das auch ganz gut geklappt. Einige meiner lange beiseite geschobenen Projekte habe ich inzwischen abgeschlossen.



Aber die PowPow Juna, die rutschte immer wieder auch auf dieser Liste ans hintere Ende.
Bis ja bis... Faina mit dem Frühjahrsjacken Sew a long um die Ecke kam. Und daraufhin die weltbeste Selbsthilfegruppe entschied: Nun gehen wir gemeinsam die Powpow Juna an!!!!!!!!!!!


Der Plan war, bis Ende Mai jeweils 1 Jacke zu nähen.
Tja.
Ich hab meine in der ersten Woche genäht. Genauer gesagt in 3 Tagen.


Was wiederum zu angedrohtem Rauswurf aus der Gruppe führte, wegen Strebertums.

Aber was sollte ich denn machen- wenn Susann von #stoffkameraliebe um die Ecke kommt und mich tatsächlich ins Designteam holt für ihren MEGA Stoff????????????


... beim ersten Anblick hab ich Schnappatmung bekommen und gewusst:
Jetzt hat mein Stündlein geschlagen. Keine Ausreden mehr. Ran an den Speck. Dieser Stoff ist sowas von geschaffen für eine PPJ!
Also Pobacken zusammen gekniffen, Schultern gestrafft und los gelegt.




Unterm Strich muss ich sagen:
Ey wat war ich blöde, das Schnittmuster so lang rumliegen zu lassen! Am Ende war die Angst größer als berechtigt. JA es gibt ein paar Stellen, die tricky sind. Das Bauchbündchen war für mich das Schwierigste.
Die Paspeltaschen sind nicht ohne- und dass beim Reißverschluss am Ende oben die Nähte von der Kapuze gleichauf sind- auch tricky.

Aber MACHBAR!



Powpow Juna ist kein Schnittmuster, das man mal eben runter näht. (Ok.. vielleicht wenn man schon 20 genäht hat, dann ja, aber Nummer 1 bis 3 sind mit Sicherheit noch kein Easy flowing!)

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAber: ich habs gepackt. Und bin verflixt noch mal happy mit dem Ergebnis!




Na und der Stoff ....wollt ihr zu dem auch noch was wissen??
Ok.. dann wird eure Geduld belohnt:

"Into the wild" ist ein Baumwolljersey (95% Baumwolle 5% Elastan) mit Bordürendruck an den Rändern, beidseitig. Er ist 150cm breit und bi-elastisch, der Fadenlauf ist somit egal. Er wird exklusiv in Susanns Gruppe verkauft und nirgendwo anders erhältlich sein. Passend zum Stoff gibt es die Plotterdateien von Salt Design.
(Die hab ich aber nicht geplottet, weil meine Folien farblich nicht passten, aber bei den anderen Designnäherinnen seht ihr tolle Beispiele!!)
Den Stoff gibt's ab morgen hier:
https://www.facebook.com/groups/1374424362820585/?hc_location=ufi



Ich fürchte aber, dass ihr nichts mehr abbekommt, weil ich glaube, dass die Designnäherinnen bereits vorab den größten Teil für sich nachbestellt haben :-D hahahaha.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ansehen der Fotos- und beim Entdecken der anderen Designbeispiele. Es lohnt sich, auf die Suche zu gehen- denn nicht nur die Nähwerke, sondern auch die Fotos dazu sind insgesamt alle unfassbar toll geworden!



Habt einen schönen Sonntag

Herzlichst,
Bella