Mittwoch, 31. August 2016

Unser Sabbat Jahr.

 
 
Dieser Sommer war anders: für uns gab es kein Sommerloch.
 
Kaum hatte ich Ende 2015 meinen neuen Jahreskalender in den Händen, haben wir uns zusammen gesetzt und geplant.
 
"Wie soll unser Jahr 2016 werden?... worauf wollen wir am Ende des Jahres zurück blicken?"
 
 
Ziemlich schnell stand fest: wir wollen viel unternehmen als Familie- UND... dieses Jahr steht der Garten im Mittelpunkt, nicht die Baustelle im Haus.
 
Das Jahr ist noch nicht um- aber bereits jetzt kann ich sagen, dass wir sehr erfolgreich in beiden Punkten waren.
 
Dieses Jahr ist eher ein "Wir igeln uns ein"-Jahr. Viel Zeit  zu 5. Wenig Zeit mit dem Rest der Welt.
Wir brauchten und brauchen das einfach mal.
Ich bin letztens über den Begriff "Sabbat Jahr" gestoßen. Wenn man so will, haben wir uns im weitesten Sinne auch ein Sabbat Jahr gegönnt. Nur unter uns. Und das Beste: es ist noch nicht vorbei- und wir genießen es sehr!
 
Ja ja jippieh ja ja... der Werbeslogan eines Baumarkts ist bei uns dieses Jahr Devise.
 
Wir wollten uns den Garten schön machen. Seit wir hier eingezogen sind, haben wir uns nie wohl gefühlt im Garten. Immer gingen Bauarbeiten oder andere Sachen vor.
 
Das haben wir nun geändert.
 
Hier mal unsere Vorhaben kurz notiert:
1) Rasen. Wir wollen Rasen!
2) Alten Holzunterstand abreißen
3) neuen Holzunterstand bauen
4) neue Spielecke für die Kinder bauen
5) Strandkorbecke bauen (MEIN GROSSER WUNSCH)
6) Hochbeete bauen.
 
Angefangen haben wir im Frühling mit der Strandkorbecke.
Mein Mann hat mir zu Valentinstag 2015 nämlich einen Strandkorb geschenkt. Seitdem lag er einsam und allein in der Ecke. In Frankreich haben wir ihn gar nicht mehr aufgebaut und in Deutschland musste er den kalten Winter allein draußen verbringen. Das sollte sich nun ändern.
Eine Strandkorbecke für Mama war also der Plan.
 
Hier seht ihr Tag 1:
 

Auch Rosa war hellauf begeistert. Als Labrador gibt es doch nichts besseres und schöneres, als im Dreck zu spielen oder zu liegen!


Nachdem wir die Maße festgelegt hatten, begann das ausschachten.
 
 

Noch sieht es nicht sehr spektakulär aus, oder?
 
Dann wurde die Elektrik verlegt (dort kommen später Stromanschluss und Licht hin, wenn ALLES fertig ist).
 
 
Damit wir ein Gefühl kriegen für die spätere Aufteilung in der Ecke, haben wir uns eine Palette an die Stelle gelegt, wo der Strandkorb hin soll. Die blieb dann auch dort liegen, als Unterkonstruktion für den Strandkorb, damit er sicher steht und von unten nicht weggammelt wenn er immer im Sand steht.
 

 
 
Es sieht nach allem Möglichen aus, aber nicht nach einer Strandkorbecke, oder?
Wartet ab... jetzt ging es plötzlich recht schnell:
Vom Sandsteinwerk im Nachbarort kam dann schon die Sandlieferung <3
Unter den Sand haben wir allerdings eine Plane verlegt, damit von unten kein Unkraut hochwachsen kann.
Die gabs letztes Jahr im Herbst auf dem Restetisch unseres Discounters für kleines Geld. Für uns ein Glücksgriff!
 
 
 
 
Ein wenig Kopfzerbrechen bereitete uns der Eingangsbereich. Wie sollen wir einen sauberen Übergang schaffen, ohne dass die Kinder stolpern , Dreck hereingetragen wird oder der Sand rausrieselt in den Gartenbereich?
Mein cleverer Mann hat sich dann etwas zurecht gebastelt und eine halbrunde Betonschalung mit Schnellbeton gebaut.
 
 
 

 
Da wir bereits die Terrasse planen, wurde die neue Rasenkante auch direkt passend gesetzt.

Hier seht ihr die Unterkonstruktion für unser Weinfass.
3 Stück haben wir uns aus Frankreich mitgebracht, die nach und nach alle einen Platz im Garten finden sollen.
 
Das erste Fass habe ich mir in der Strandkorbecke gewünscht. Als Ablagefläche für Getränke, Kerzen.. und was man sonst so braucht wenn man im Garten urlaubt!
 
 
 
Achtung.. Finale!!
Auf einmal ging alles ganz schnell... und da war sie. Meine Strandkorbecke!
Der Nachbar hatte sogar noch ein einzelnes Sichtschutzelement über, sodass wir keines besorgen mussten- und schon haben wir ein klein bisschen Privatsphäre <3 (Keine Sorge, unsere Nachbarn sind toll und der Rest der 10 m Zaun sind ohne Sichtschutz! <3)
 
 
 
 
 

 
 
 Insgesamt hat das Bauen der Strandkorbecke 5 Tage gedauert.
 
Inzwischen ist rundherum auch alles grün, denn wir haben Rasen gesät und fleißig gegossen und gepflegt.
 
Auch eine Hängematte haben wir wieder. Der Holzunterstand im Garten ist abgerissen und dafür haben die Kinder nun eine Spielecke im Garten (noch ein wenig Stiefmütterlich eingerichtet, aber nächstes Jahr müssen wir ja auch noch was zu tun haben!).
Wenn alles klappt, kommen im Herbst noch 2 Hochbeete dazu.
 
Mein großes Sorgenkind ist die Gartendeko.
 
Außer diesen Windlichtern, die mit der tollen Plotterdatei "Waldfee" von "Wunderfein" entstanden sind, fehlt mir absolut die Inspiration.



 
Ist eine Wimpelkette zu albern? Sind Kissen sinnvoll?
Habt ihr Ideen, wie ich meine Strandkorbecke schön gestalten kann, damit sie noch schöner wird?
 
Ich freue mich sehr über eure Tips und Ideen- ich komm allein einfach nicht weiter.
 
Ansonsten freue ich mich, wenn euch mein Bericht über die Entstehung meine Strandkorbecke gefallen hat <3
Ich freue mich schon sehr darauf, in wenigen Wochen meine liebsten Nähmädels hier begrüßen zu dürfen. Denn bald ist Lillefestival und das Haus wird voll sein! Ich werde sie alle in die Strandkorbecke quetschen und werde auf ein Gruppenfoto bestehen!
 
Euch aber wünsche ich, dass ihr den Sommer, der derzeit doch noch mal Fahrt aufgenommen hat, in vollen Zügen genießen könnt!
 
Das Leben ist schön! Ich hoffe, mein neuer Lieblingsplatz darf zu Rums, auch wenn es nicht genäht oder gebacken ist- und ich nicht allein daran gewerkelt hab...
 
 
Herzlichst,
 
Bella
 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Freitag, 17. Juni 2016

Sommerhelden gesucht...

 
Die EM 2016 läuft. Deutschland wartet auf ein neues Sommermärchen.
 
Unsere Sommerhelden befinden sich in Frankreich und kämpfen dort um den Fußballsieg.
 
Alle? Nein nicht alle Sommerhelden....
 
Ein paar sind in Deutschland geblieben.

 
Eigentlich würden wir erst jetzt, nach dieser EM, aus Frankreich zurückkehren.
Nun sind wir seit fast einem Jahr wieder hier und beobachten das Geschehen aus weiter Ferne.
Das macht aber nichts.
Denn meine Sommerhelden sind hier, bei mir.
 


Und damit meine ich nicht nur meine Shirts nach dem neuen Ebook von Fred von Soho, die Familienbande 3.0, die Sommerheld und Sommerheldin für Papa und Mama enthält sowie Sonnenschein für die lieben Kleinen- nein ich meine damit meine Familie.
 
 
Dieser Sommer steht im Zeichen meiner Familie, wir haben einiges vor und bereits einiges geschafft.
Rasen. Wir haben endlich RASEN.
Keinen Fußballrasen, keinen englischen Rasen- sondern einfach grünen Rasen im Garten.
 
 
Noch müssen wir ca 2. Wochen warten, bis wir ihn endlich betreten dürfen, aber dann aber dann aber dann...wird kein Halten mehr sein!
 

Wie man sich so über Rasen freuen kann?
Ganz einfach: In Südfrankreich gibt's keinen! Da hast du genau 3 Optionen für dein Grundstück:
 
  • rote, trockene Erde.
  • Kiesaufschütten auf dem gesamten Grundstück oder
  • Kunstrasen verlegen.
Darum freu ich mich, dass wir in Deutschland sind und Rasen haben. :-D
 
Das war vielleicht kein tiefschürfender oder tiefgehender Blogbeitrag mit aufwühlenden Gedanken oder Erkenntnissen.
Muss auch nicht.
 
Habt einen wundervollen Tag!
 
 
 

Sonntag, 1. Mai 2016

#bygrazielablogtour 2016 oder: KLEIDER. MACHEN. LIEBE.

 
Bereits in der Antike gab es Rituale und Kulte um Mütter  zu ehren.
Der Muttertag, wie wir ihn heute kennen, hat seinen Ursprung jedoch in dem Gedenktag, den Anna Maria Jarvis 1907 anlässlich des Todes ihrer Mutter ins Leben rief. Im darauffolgenden Jahr wurde dieser Tag aufgrund des hohen Interesses wiederholt... und entwickelte sich quasi zu einem Selbstläufer.
1914 wurde der 2. Sonntag im Mai in Amerika bereits als offizieller Feiertag ausgerufen.
Durch den Erfolg und die Ausbreitung weit über Amerika hinaus wurde der Muttertag immer kommerzieller- und Anna Maria Jarvis setzte sich schlussendlich erfolglos dafür ein, den Tag wieder abzuschaffen.
In Deutschland hingegen ist der Muttertag kein gesetzlicher Feiertag, sondern das Ergebnis einer Kooperation verschiedener Wirtschafsverbände (laut Wikipedia).
Neben Weihnachten ist Muttertag der umsatzreichste Feiertag im Jahr- besonders im Blumen- und Buchhandel.
 
Genug Fakten.
 
 
 
Muttertag ist, sind wir mal ehrlich, toll. Balsam für die Mutter-Seele. Über Arbeitszeiten, ungenügenden Arbeitsschutz, fehlende gesetzliche Urlaubstage und mangelnde Anerkennung des Berufs HAUSFRAU und MUTTER will ich nicht diskutieren.
 
 
 
Meine Familie ist toll.
Muttertag ist bei uns nicht auf einen Tag im Jahr beschränkt.
Ich bekomme öfter mal Blumen von meinen Kindern, Überraschungen von meinem Mann- oder familienfreie Auszeit.
Ich habe nicht das Gefühl, dass nicht geschätzt wird, was ich tue.

Oder dass meine Familie mir an 364 Tagen im Jahr nicht dankt oder mich nicht liebt.
Ganz im Gegenteil. Sie lieben mich sehr.
 
 
 
Dieses Jahr ist Muttertag etwas ganz besonderes für mich. Meine kleine Tochter wird getauft- und meine Große am darauffolgenden Tag 13. Es ist dieses Jahr also mehr ein Töchter-Tag oder Töchter-Tage. Das Haus wird voll sein und wir feiern meine wunderbaren Mädchen.
 
 
Dies ist für mich als Mama Anlass, darüber nachzudenken, ob ich als Mutter ihnen denn auch genug Liebe gebe und ihnen zeige, wie sehr ich sie liebe.
Der Alltag einer Familie ist stressig, immer hat irgendwer einen Termin oder ein Problem, das es  zu lösen gilt. Zeit für den einzelnen bleibt wenig.
Wichtig ist mir jedoch, zu versuchen, meinen Kindern wenigstens einmal am Tag bewusst zu sagen, dass ich sie liebe.
 
Kinder brauchen gesunden Schlaf, damit sie wachsen können. Aber Kinder brauchen auch das Wissen, die Sicherheit, dass sie geliebt werden- so wie sie sind. Mit all ihren Macken und Fehlern.
 
 
 
Die Liebe zur Mutter ist die selbstverständlichste Liebe, die es gibt auf der Welt. Aber auch die konfliktbehaftetste.  Es ist nicht selbstverständlich, als Kind mit dem Gefühl groß zu werden, dass man geliebt wird.
 
 
 
Diese Sicherheit ist die Allerwichtigste in der Entwicklung eines Kindes und stellt die Weichen für künftige Beziehungen und das Wissen um die eigene Wertigkeit.
Ein geliebtes Kind wird stark und mutig und sicher in sich selbst. Es entwickelt Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten- und kann eigene Schwächen besser kompensieren ohne in ein emotionales Loch zu fallen, wenn es einmal scheitert.
Ein Kind, das sich der Elternliebe sicher ist, bei allem was es tut, wird sich zutrauen, neue Wege zu gehen und zu entdecken. Wird seine eigene Geschichte finden.
 
 
 
Daran denke ich , wenn ich an Muttertag denke.
 
Dazu braucht es keine Blumen oder Pralinen. Dazu braucht es nur Liebe.
 
 
 
 
 
Warum mein Blog Eintrag so heißt, wie er heißt?
Kleider machen Leute, heißt es so schön.

Ich glaube, es gibt keinen schöneren Stoff, um Liebe sichtbar zu machen, als diesen, den ich im Rahmen der #byGrazielaBlogtour vernähen durfte.
Und als Hannoveranerin kommt mir natürlich sofort das Musical von Heinz Rudolf Kunze in den Sinn, das eben jenen Titel trägt:
Kleider machen Liebe. <3



Als Schnittmuster für meinen Beitrag habe ich diese gewählt:

Kleid Pantea von Schnittgeflüster

Jacke Mayala von Schnittgeflüster

Hut Polli Capvon Kleiner Polli Klecks.

Stulpenliebe von Rosarosa

Den Stoff bekam ich von  byGraziela im Rahmen der Muttertags-Blog-Tour 2016 zur Verfügung gestellt. Hier ist der wunderbare Blog von Graziela, dort könnt ihr alle bisherigen Ergebnisse der BlogTour finden!


Ich hoffe ihr hattet Spaß mit meinem Beitrag zu dieser tollen Blogtour- und freue mich sehr auf die letzten beiden Beiträge am 3.5. und 6.5. von Nestgezwitscher und Sweet Things!

Herzlichst,

Bella

Mittwoch, 6. April 2016

Keine Einladung zum Geburtstag.

 
 
Nichts versetzt mich schneller um 3/4 bis 7/8 meines Alters zurück in meine Kindheit als Gespräche mit meinen Kindern.
Kennt ihr das?... ein einziger Satz und wuuuusch - ihr befindet euch in einer Zeitmaschine und fühlt euch selbst wieder wie 5 oder 12?

Erst vor kurzem wieder erwischte mich dieses Phänomen beim Abholen meines Sohnes aus der Kita:

"Mama, den Kevin-Justin-Dustin-Jason lade ich nicht zu meinem Geburtstag ein!"

In Anbetracht der Tatsache, dass der Geburtstag noch in einiger Ferne liegt, fragte ich zurück, was denn die Begründung sei.

"Wir sind keine Freunde mehr." Schulterzucken. Keine weitere Stellungnahme zu erhalten.

Nächster Tag. Ich hole meinen Sohn wieder aus der Kita ab, früher als üblich.
Fast tränenreicher Abschied mit gefühlten 1000 Umarmungen und Küssen mit Kevin-Justin-Dustin-Jason bis zum Ausgang. "Bis morgen, ne?!" "Ja, bis morgen- und dann gehen wir wieder auf den Berg ne- pass gut auf unsere Stöcker auf!" "Ja, mach ich!"

Vorsichtiges Nachhaken auf dem Weg zum Auto..."Ich dachte ihr seid keine Freunde mehr?"

"Doch Mama, wir haben entschieden dass wir doch wieder Freunde sind. Beste Freunde!"
 

Zack, da war er, der Moment.
Erinnert ihr euch??
Dasselbe Spiel gab es schon vor 30 Jahren.
So einfach und so simpel.
Es wird gestritten- zack, keine Freunde mehr. Höchststrafe wird verhängt: Keine Einladung zum Geburtstag erhalten.
Nächster Tag: Friede Freude Eierkuchen, du darfst beim Gummitwist mitmachen, uns fehlt einer, zack, beste Freundinnen, gemeinsame Planungen für die Geburtstagsfeier.
So einfach ging das.
 

In der Pubertät ändert sich das Verhalten  zu Freundschaften. Freundschaften müssen unter Beweis gestellt werden. Gemeinschaftliches inbrünstiges Hassen der Obertussis, Ignorieren von Mädchen, die mit dem Schwarm der besten Freundin GESPROCHEN hat obwohl sie doch weiß, dass Justine-Michelle-Emily tooootal auf ihn steht! Simultanes dämliches Grinsen, wenn der Angebetete in 200 m Entfernung den Zebrastreifen überquert und anschließend stundenlanges analysieren dieses Moments.
Keine Geheimnisse vor der anderen haben, alles ins kleinste Detail immer und immer wieder bequatschen- zur Begrüßung und zum Abschied Umarmung, Küsschen und Umarmung. Liebesbekundungen mit Edding auf Rucksäcken und Federmäppchen, Zwillingsoutfits, Freundschaftsarmbänder und was nicht alles dazu gehört.
Bei Verstoßen gegen ungeschriebene Konventionen dieses Beziehungsgeflechts wird inständig gehasst, geweint, gegenseitig übereinander gelästert- um dann letztlich in einem Gespräch unter Tränen die gegenseitige Liebe zu versichern,  die Fehler der anderen aufzuzählen, zu ermahnen, dass das und das geändert werden muss damit die Freundschaft funktioniert- und zack, rennen sie wieder wie eineiige Zwillinge durch die Gegend.
 
 
Freundschaft im jungen Erwachsenenalter erreicht hingegen eine völlig neue Stufe. Die eigene neue Unabhängigkeit nach Erreichen der Volljährigkeit sowie eigenes Einkommen und ggf. eigene Wohnung bestärken darin, die eigene Meinung kund zu tun und total offene ehrliche Freundschaften zu führen. Da wird sehr gern einfach rausgehauen was am anderen stört- und erklärt, dass man einfach nur ehrlich ist.  Die Welt wird gemeinsam erobert, das Leben gefeiert und die Freundschaft im Rudel zelebriert. Keine Party ohne Gang. Gemeinschaft als Erlebnis. Da kommt keiner rein- und wagt der Schwarm der Gang es, ein bis dato nicht zur Gang gehörendes Mädel als seine Neue zu präsentieren und einfach MITZUBRINGEN, wird diese inständig von allen Mädchen gehasst. Gruppengefühl macht stark.
 
 
Dann wird man älter- und man stellt fest, dass Freundschaft mehr ist als gemeinschaftliches Feiern bis in die Morgenstunden.
Freunde, die da sind, wenn man sie braucht, mit denen man am Lagerfeuer sitzen und tiefe Gespräche führen kann,- oder Freunde die zufällig auch Kinder haben und die Interessen sich so super ergänzen. (Die Freunde mit Kindern und Freunde ohne Kinder Diskussion führe ich hier nicht aus, das wäre ein eigenes Thema :-D)
Du sortierst radikal aus, beschränkst dich auf die "wahren, echten Freunde", wie du denkst. Bei Streits bist du konsequenter, überlegst dreimal, ob sich ein Weiterführen lohnt oder du einfach einen Haken dahinter setzt.
 
Und dann... bist du Mitte 30.
 
 
Alles was du dachtest, über Freundschaft zu wissen, löst sich ins Nichts auf.
Dazu braucht es vielleicht nur einen Menschen. Einen besonderen Menschen.
Du dachtest, niemals verzeihen zu können. Niemals werdet ihr wieder Freunde sein können. Niemals.
 
 
Nein, es ist egal, was ihr gemeinsam erlebt habt, welche Erinnerungen ihr zusammen habt. Es ist alles egal, denn da war dieser Verrat. Diese Enttäuschung. Die Wut und die Tränen.
Niemals.... nein NIEMALS.
 
 
Und dann- eines Tages steht ihr euch gegenüber. Einfach so.
 
Und es ist, einfach so, Freundschaft.
 
Weil Freundschaft einfach ist.
 
Nicht mehr und nicht weniger.








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Mein Outfit entstand während des Probenähens für Fred von Sohos Familienbande 2.0
Die Hose ist die Lieblingsbuxe, Pullover ist Prachtweib, Jacke ist das Herzblatt.
Die Plotts auf Hose und Pulli sind exklusive FvS Plotts für meinen Workshop auf der Achwiefein Näh Lan Party 2016 in Celle.
Die Kordel ist von Grelu, die Stoffe aus dem Regal der pastellfarbenen Sweats bei Achwiefein.
Die Friese ist neu und von Friseur Cordes aus Wienhausen.
Die ostdeutsche Mauer steht in meinem Garten.
Fotograf: i proudly present MEIN EHEMANN.

Und weil ich mein Outfit sooooo liebe und nur noch trage, geht's damit zu RUMS



Mittwoch, 9. März 2016

Are you still on the same planet with us?


"Man sieht und hört gar nichts von euch... ihr meldet euch gar nicht. Seid ihr noch auf demselben Planeten wie wir?"
 
Diese und ähnliche Fragen höre ich seit einigen Monaten immer öfter.
 
 
 
 
Meine Antwort darauf?
 
Ich weiß nicht wirklich was ich sagen soll- außer: "Wir brauchen das im Moment!"
 
DAS... was ist DAS, was wir brauchen?
 
Ich hab es hier und auf dem FB Blog vielleicht mal durchblitzen lassen- aber nie wirklich ausgesprochen.
 
 
 
Wir sind wieder da.
Wir sind zurück- mitsamt Möbelwagen und allem was wir noch hatten, sind wir wieder da. Hier, in Deutschland.
1 Jahr früher als geplant und viel eher als wir es uns gewünscht hatten.
Die Entscheidung fiel ziemlich genau vor einem Jahr- also kurz nach meiner OP.
Ich hatte keine Stimme mehr, konnte nicht sprechen, hatte Erstickungsanfälle zu jeder Tageszeit, konnte nicht trinken ohne Atemnot zu bekommen, weil Atmen und Trinken gleichzeitig nicht mehr funktionierten.
 
Und dann "bot" man uns an, zurück zu gehen. Um all das, was passiert war, zu verarbeiten.. damit ich gesund werden könnte, eingebettet ins deutsche Krankenkassensystem und mit deutscher ärztlicher Versorgung. Mit Logopädie und was sonst noch nötig wäre.
 
Wir haben zugesagt. Um unser und unser Kinder Willen.
 
 
Also haben wir den Umzug geplant für die Sommerferien. Wollten in den Osterferien nur noch mal nach Deutschland und das Haus so weit herrichten, dass es wieder halbwegs bewohnbar war. Wir hatten ja nichts mehr hier. Keine Zwischendecken- keine Türen, keine Bilder an den Wänden, keine Betten,..keinen Fußboden...
Auf dem Weg für diese 2 Wochen "Umzugsvorbereitungsferien" landeten wir bei Stauffenberg morgens um kurz vor 7 unterm Sattelschlepper.
Auch dieser Tag jährt sich in einem Monat zum ersten Mal.
Aus 2 Wochen wurden 2 Monate, die wir hier festhingen- um dann für knapp 4 Wochen noch einmal zurück zufahren und Abschied zu nehmen und Kisten zu packen.
Und so... waren wir Ende Juli wieder hier.
Doch wirklich angekommen, so ganz, sind wir erst seit Weihnachten.
Und jetzt, wo wir uns hier wieder eingelebt haben, einen Alltag haben (mehr oder weniger), beginnt das Verarbeiten.
All das, was wir die ganze Zeit eigentlich weggedrückt haben, um den Kopf oben halten zu können, um kämpfen zu können, damit nicht alles auseinanderbricht, kommt jetzt in Bewegung.
 
 
 
Wir KÖNNEN im Moment gar nichts anderes, als nur in unserem kleinen Universum leben. In unserem Zuhause, das wir, mit Hilfe von vielen unglaublichen Menschen, wieder zu einem Zuhause gemacht haben. Bewohnbar. Mit Zwischendecken und Fußboden und Türen... und einigen Bildern an den Wänden.
 
Wir KÖNNEN gar nicht anders, als hier auf unserem Sofa zu liegen und zu genießen, dass es uns gibt- uns alle. Mama, Papa und 3 Kinder. Inklusive Hund und Kater.
 
Wir haben gar keine Energie, uns auf etwas zu konzentrieren, das außerhalb unseres tagtäglichen Alltags passiert.
Nicht weil wir nicht wollen- oder kein Interesse haben.
 
Wir lernen, wieder eine normale Familie zu sein. Katastrophenfrei. Ohne Durchhalteparolen und Zusammenreißen, Tränen wegwischen und weiter kämpfen.
Wir lernen, zu genießen, zusammen zu sein- und ein Familienleben zu haben, Zeit miteinander zu verbringen. GUTE Zeit.
 
Wir fokussieren uns auf uns- auf das, was überhaupt erst dazu geführt hat, dass wir all das als Familie überhaupt überstehen konnten- und noch immer eine Familie sind.
Wir genießen, dass wir uns lieben und zusammen sind.
 
Für uns gibt es im Moment nichts kostbareres, als diese Zeit.
Es werden wieder Zeiten kommen, in denen wir das Leben vor der Haustür wieder wahrnehmen und daran teilnehmen werden.
 
Früher konnte ich nie genug davon bekommen, dass die Wohnung voll ist mit Menschen, mit Freunden. Ich mochte es, zu feiern, sie um mich zu haben, lecker zu essen und laut zu lachen.
 
Das kann ich nicht mehr.
 
Ich kann mich nicht mehr auf mehrere Personen auf einmal konzentrieren.
Ich habe dafür keine Kraft mehr.
Abgesehen davon, dass ich so lange und so laut auch gar nicht mehr reden und lachen kann. Ich bin zufrieden, dass ich meinen Alltag sprechmäßig auf die Reihe bekomme. Meinen Kindern inzwischen wieder Gute Nacht Geschichten vorlesen kann (Ja, das war lange nicht möglich).... dass ich lachen kann oder auch mal ein ganzes Lied am Stück mitsingen kann. 2 schaffe ich noch nicht, aber das muss ich auch nicht.
 
Was ich brauche ist.. DAS.
 
Meine Familie.
 
 
 
Alles andere kommt von ganz allein. Irgendwann.
 
Und darum antworte ich, wenn mir jemand sagt "Von euch hört und sieht man ja gar nichts mehr" :
 
"Das brauchen wir im Moment einfach."
 
Dem- ist nichts hinzuzufügen.
 
 
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Doch.. eine Anmerkung hab ich noch:
mein Kleid ist die Smilla von Susis Kreation- und die Weste ist die Wild Wild Weste - auch von Susi.
Ich wollte schon immer eine rosa Zottelweste haben. Nun hab ich sie <3
Ich liebe das Kleid, ich liebe die Weste.
Und ich liebe den Stoff und das Muster.
<3
Und das.. ist auch gut so!
 
 

Donnerstag, 11. Februar 2016

Ich mach dann mal was für ... MICH

Mein Plan für 2016 ist recht simpel:
Glücklich sein.
 
Haha, hört sich einfach an, ist aber, wenn man es genau betrachtet, gar nicht so einfach.
Haushalt, 3 Kinder, 1 Hund, 1 Kater- und ein Ehemann. Und mein Job. Und nähen. Und Konventionen mit gesellschaftlichen Verpflichtungen, Geburtstagseinladungen, Verabredungen, Kindergeburtstagen, Schuleingangsuntersuchungen, U-Termine, Impftermine, Frisörtermine, ....
 
Irgendwann hab ich vor lauter Terminen die Übersicht verloren.
Und auch uns.

 
 
 
 
 
Die Konsequenz war, dass ich mich mal hingesetzt und überlegt hab, was eigentlich fehlt, so zum GLÜCKLICH sein. Oder was falsch ist an dem , was wir wie machen.
 
 
Als erstes hab ich mich hingesetzt und arbeite seit 1. Januar meine To Do Liste ab. Sachen, die ich seit Monaten vor mir her geschoben hab. Papierkram, Termine, Pakete, Briefe... immer dachte ich, ein wenig wie Scarlett O´Hara:
 
"MORGEN, morgen geh ich heim nach Tara und arbeite meine fucking Liste ab."
 
Und dann.. war wieder was. Oder ich einfach müde. Oder so gar überhaupt nicht in Stimmung.
 
Seit Beginn des Jahres sitze ich also dran.
 
Gut 3/4 hab ich schon geschafft- ein Ende ist in Sicht.
 

 

Familie bedeutet Arbeit.
 
Es bedeutet nicht, irgendwie alle unter einen Hut zu kriegen, sich von Terminen erschlagen zu lassen und abends tot ins Bett zu fallen.

Es bedeutet, auch mal zu überlegen, ob der ein oder andere Termin tatsächlich notwendig ist. Oder ob er vielleicht ganz gestrichen oder verschoben werden kann- auf dann, wenn mehr Luft im Kalender und in der Motivation ist.
 
 
 
 
Ich habe angefangen, Dinge bewusster zu tun- und auch zu hinterfragen.
 
"Muss ich das jetzt? Muss ich das tun, will ich das tun? Oder habe ich nur Angst, was ANDERE von mir denken, wenn ich NEIN sage?"

 
 
Das Losmachen von dem Nachdenken darüber, was ANDERE von mir erwarten, hat mich ziemlich befreit. In allem.
 
Es ist mir EGAL was andere von mir erwarten. Ich bin keine schlechte Mutter, weil ich meine Kinder NICHT um halb 8 in der Kita abliefere- sondern meist erst auf den letzten Drücker.
 
 
Ich liebe und genieße es, dass ich meine Kinder morgens mit Knuddeln und Küssen wecken kann- und wir jeden Morgen zu 3. unter der weißen Flauschedecke auf dem Sofa kuscheln, bevor wir uns anziehen.
 
Ich liebe es, dass meine Kinder zusammen im Bad stehen und Zähne putzen, dabei singen und tanzen. Und ich finde es faszinierend, dass meine 2 jährige sich allein aus- und anzieht. Nicht immer ist der Pulli dabei richtig herum, aber sie macht es alleine. Während ich die Brote für die Kita schmiere und den Kakao in die Mikrowelle stelle.
 
Manchmal dauert es länger. Manchmal liegen die Schlafanzüge verteilt im ganzen Haus und wir müssen erst auf Socken-Suche gehen bevor wir los fahren können.

Manchmal mache ich nicht mal die Betten, bevor wir das Haus verlassen- sondern erst wenn ich wiederkomme.
 

Aber jeden Morgen sitzen wir im Auto und singen und haben Spaß.
 
Wir sind entspannt. 
 
 
Erwachsen werden sie noch früh genug.
Verpflichtungen erwarten sie auch noch genug in ihrem Leben.
 
Junior wird diesen Sommer eingeschult.
Bis dahin möchte ich morgens seinen Schlafgeruch genießen wenn er aus dem Bett getapert kommt und mir seinen Traum erzählt, während unsere Füße unter der Flauschedecke verknotet sind.
 
 
 
 
 
 Und ganz ehrlich:

Glück kann man nicht kaufen. Glück kriegt man nicht abgefüllt in Tüten an der Supermarkt Theke.
Glück ist, was du draus machst.

Und mein Glück ist , wenn ich morgens mit 2 Schlafgeruchmäusen auf dem Sofa liege. Und wir abends Kokosnuss lesen. Und wenn ich nachts in Zimmer schleiche wo sie um die Wette schnarchen.

Aber manchmal.... ist auch Stoff Glück.
Nämlich wenn er so perfekt zu einem Schnitt passt wie mein altrosafarbener Sweat von Achwiefein, den ich zu einer La Wanda verarbeitet hab.

<3
Und weil ich das für mich genäht hab, ganz ganz allein, geht's jetzt damit zu RUMS

Ja ich weiß, Donnerstag nachmittag um halb fünf ist die beste Zeit schon vorbei- aber die Kleine hat die 2. Nacht in Folge durchgeschlafen, ein Wunder, das ich in über 2 Jahren bislang nicht erlebt hab. Mir war mein Schlaf wichtiger als Posten ;-)

Und jetzt.. Zeit zum Glücklich sein!


Bella