Sonntag, 2. April 2017

Into the Wild- oder: warum der Weg in die Wildnis manchmal die Angst in deinem Kopf besiegt.




 
 
Manchmal haben wir Respekt vor etwas.
Vor einer Situation oder einer Herausforderung oder etwas Neuem.

Und manchmal passiert es, dass man soviel Respekt hat, dass man versucht, die Situation zu umgehen- weil man Angst hat zu versagen oder es zu versauen oder oder oder...

So ging es mir mit der PowPowJuna von muckelie.



Ewig und drei Tage stand sie auf meiner To Sew Liste- weil ich sie nämlich prinzipiell mega finde. Zumindest die Nähwerke von anderen Powpow Juna Näherinnen haben mich immer und immer wieder beeindruckt und geflashed.
Aber immer wieder bekam ich mit, dass es wohl so einige "tricky" Stellen im Schnittmuster gibt, die nicht so einfach zu meistern sind.


Und aus Respekt wurde irgendwann etwas größeres.
Ein Hauch von Angst.



Und immer und immer wieder verschob ich das Projekt, fand Ausreden, fand neue Projekte, die viel dringender waren (vermeintlich).

Alles nur, um es weiter vor mir hin zu schieben- obwohl es mich nicht los ließ und ich sie UNBEDINGT nähen wollte.
Und dann kam 2017 und ich hatte mir zum Ziel gesetzt, lange geplante Nähvorhaben in diesem Jahr endlich zu nähen.

Bislang hat das auch ganz gut geklappt. Einige meiner lange beiseite geschobenen Projekte habe ich inzwischen abgeschlossen.



Aber die PowPow Juna, die rutschte immer wieder auch auf dieser Liste ans hintere Ende.
Bis ja bis... Faina mit dem Frühjahrsjacken Sew a long um die Ecke kam. Und daraufhin die weltbeste Selbsthilfegruppe entschied: Nun gehen wir gemeinsam die Powpow Juna an!!!!!!!!!!!


Der Plan war, bis Ende Mai jeweils 1 Jacke zu nähen.
Tja.
Ich hab meine in der ersten Woche genäht. Genauer gesagt in 3 Tagen.


Was wiederum zu angedrohtem Rauswurf aus der Gruppe führte, wegen Strebertums.

Aber was sollte ich denn machen- wenn Susann von #stoffkameraliebe um die Ecke kommt und mich tatsächlich ins Designteam holt für ihren MEGA Stoff????????????


... beim ersten Anblick hab ich Schnappatmung bekommen und gewusst:
Jetzt hat mein Stündlein geschlagen. Keine Ausreden mehr. Ran an den Speck. Dieser Stoff ist sowas von geschaffen für eine PPJ!
Also Pobacken zusammen gekniffen, Schultern gestrafft und los gelegt.




Unterm Strich muss ich sagen:
Ey wat war ich blöde, das Schnittmuster so lang rumliegen zu lassen! Am Ende war die Angst größer als berechtigt. JA es gibt ein paar Stellen, die tricky sind. Das Bauchbündchen war für mich das Schwierigste.
Die Paspeltaschen sind nicht ohne- und dass beim Reißverschluss am Ende oben die Nähte von der Kapuze gleichauf sind- auch tricky.

Aber MACHBAR!



Powpow Juna ist kein Schnittmuster, das man mal eben runter näht. (Ok.. vielleicht wenn man schon 20 genäht hat, dann ja, aber Nummer 1 bis 3 sind mit Sicherheit noch kein Easy flowing!)

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAber: ich habs gepackt. Und bin verflixt noch mal happy mit dem Ergebnis!




Na und der Stoff ....wollt ihr zu dem auch noch was wissen??
Ok.. dann wird eure Geduld belohnt:

"Into the wild" ist ein Baumwolljersey (95% Baumwolle 5% Elastan) mit Bordürendruck an den Rändern, beidseitig. Er ist 150cm breit und bi-elastisch, der Fadenlauf ist somit egal. Er wird exklusiv in Susanns Gruppe verkauft und nirgendwo anders erhältlich sein. Passend zum Stoff gibt es die Plotterdateien von Salt Design.
(Die hab ich aber nicht geplottet, weil meine Folien farblich nicht passten, aber bei den anderen Designnäherinnen seht ihr tolle Beispiele!!)
Den Stoff gibt's ab morgen hier:
https://www.facebook.com/groups/1374424362820585/?hc_location=ufi



Ich fürchte aber, dass ihr nichts mehr abbekommt, weil ich glaube, dass die Designnäherinnen bereits vorab den größten Teil für sich nachbestellt haben :-D hahahaha.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ansehen der Fotos- und beim Entdecken der anderen Designbeispiele. Es lohnt sich, auf die Suche zu gehen- denn nicht nur die Nähwerke, sondern auch die Fotos dazu sind insgesamt alle unfassbar toll geworden!



Habt einen schönen Sonntag

Herzlichst,
Bella

Dienstag, 20. Dezember 2016

Ein Lächeln trägt sich weiter.


..und schon ist wieder ein Jahr rum und wir sitzen alle in vorweihnachtlicher Besonnenheit herum und schlagen uns die Bäuche voll mit Keksen und Weihnachtsgebäck, Lumumba und allem, was auf den berühmt berüchtigten Jahresendfeiern, im Volksmund auch Weihnachtsfeier genannt, so kredenzt wird.
Unterbrochen wird die besinnliche Zeit durch Anflüge hektischen Treibens, um auch ja pünktlich am 24. unterm Tannenbaum alle glücklich  zu machen. Ergo: Geschenkekaufwahn. Dekorationswahn. Hektisches auf-den-letzten-Drücker-organisieren mit Adrenalinwerten jenseits von Gut und Böse.

So  oder so ähnlich mag es sicher bei vielen von uns aussehen. Mehr oder weniger.



Ich erinnere mich an die Zeit vor genau einem Jahr. Zu dem Zeitpunkt habe ich in einem Flüchtlingscamp gearbeitet. Auch an Weihnachten und Silvester waren wir vor Ort. Natürlich.

Alle waren überfordert, keiner wusste, wie es weitergeht, aber die Situation war, wie sie war. Auf einmal waren sie da, die Flüchtlinge. Brauchten ein Dach über dem Kopf, Essen, Kleidung, medizinische Versorgung. Ein nettes Wort.

Was sie erlebt haben, welche Strapazen sie hinter sich hatten, stand irgendwie nie wirklich zur Debatte. Keiner hat gefragt: "Du, erzähl  mal, wie war denn die Flucht? Wie ist es denn so, im Krieg, was hast du alles erlebt?"

Nein, das hat keiner gefragt.

Es war auch  nicht wichtig.

Wir haben gehandelt.



Mit einigen habe ich noch immer Kontakt.
Einige haben ihr Bleiberecht für 3 Jahre erhalten. Einige warten noch immer auf Bescheid. Einige sind nicht mehr in Deutschland. Einer von ihnen meldete sich aus Griechenland bei mir. "Hallo Frau Bella, wie geht es dir?"



Obwohl ich letztes Jahr mittendrin war, mit meiner kompletten Familie, in dieser "Flüchtlingsgeschichte", waren wir doch meilenweit entfernt.

Wir hatten keine Ahnung, was dort, in der Ferne, tatsächlich passierte. Welche Verzweiflung, Wut und Trauer die Menschen bewegte.

Im letzten Jahr haben wir einen Eindruck bekommen.



Der für mich schlimmste Moment war tatsächlich der Anschlag in Nizza. Dort, wo wir so oft spazieren gegangen sind, das Meer bewunderten in seinen grünblauen Schattierungen und die Sonne uns die Haut versengte, wo Paparazzis herumlungerten und wir die Touristen belächelten, weil wir selbst uns nicht mehr dazu zählten. Wir waren dort zuhause.

Als dieses Zuhause im Juli bei den Feierlichkeiten auf der Strandpromenade zu einem ausgelagerten Schlachtfeld eines so fernen Krieges wurde, hat es mich zum ersten Mal so richtig brutal erwischt.

Obwohl.. das stimmt nicht ganz. Bataclan. Paris. Ich hatte Angst. Angst um die Stadt, die ich so liebe. Angst um den Menschen, den ich so liebe, der dort lebt. Panik, ob sie an dem Tag im Stadion war, wie so oft.

Panik, bis ich wusste, sie ist in Sicherheit. Nicht auf einem Konzert in einem Club.

Meine Komfortzone, meine Wohlfühlzone, mein Zuhause, wurde angegriffen. Mein Frankreich.

Und nun, inzwischen- Deutschland.



Kann man, soll man, darf man Weihnachten feiern- inmitten dieses großen Kriegsschauplatzes mit Verletzten und Toten? Mit einem Krieg, der uns inzwischen erreicht hat, uns herausreißt aus der trügerischen Sicherheit, bei uns passiere so etwas nicht?
Hier, wo wir bislang die größte Gefahr in der Afd und rechtspopulistischorientierten Kreaturen sahen?

JA!
Das sollen, müssen und dürfen wir!

Wir sollen, müssen und dürfen das Leben feiern. Ich bin nicht traurig drum, wenn der Konsumrausch gedämpft wird.
Ich heiße es gut, wenn wir uns dieses Jahr vielleicht auf andere Dinge besinnen- und vielleicht einfach mal schätzen, was wir haben.



Eine Familie, ein warmes Zuhause. Freunde. Liebe. Sicherheit.

Und wir sollten alles tun, um das Leben das wir leben, zu schützen. Damit meine ich nicht: Greift zu den Waffen, verteidigt euch, lasst den Kampf beginnen, alles was fremd ist muss raus, denn es ist eine potenzielle Gefahr.

FALSCH.
Die Gefahr ist, dass wir das verlieren, was uns dieses Leben ermöglicht.
Unsere Demokratie. Unser Liberalismus. Unsere Freude am Leben miteinander. Respekt voreinander.

Wenn wir das verlieren, verlieren wir mehr als Häuser und Städte. Dann verlieren wir unsere Identität, die wir uns in den letzten 70 Jahren so mühsam aufgebaut haben.

Wir sind Deutschland.

Und das sollten wir feiern. Ganz besonders an diesem Weihnachten.
Und vielleicht einfach mal Lächeln.



Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten, beim Geschenkemarathonkauf zu lächeln. Nette Worte zu finden. Danke zu sagen.
Ob zur völlig gestressten Dame an der Kasse, dem jungen Mann, der Schmalzkuchen verkauft- oder auch der Flüchtlingsfamilie, die ihr erstes Weihnachten in Deutschland feiert und auf dem Weihnachtsmarkt staunt, ohne zu verstehen, was hier vor sich geht.
Ich lächle.


Ein Lächeln trägt sich weiter. Es mag nur eine kleine Geste sein. Aber sie hat Macht.




Danke an jeden, der sich die Mühe gemacht hat, diesen Text zu lesen.
Und danke an jeden, der auch nur ein einziges Lächeln weiter gibt.


DANKE!

Mein Kleid ist mein Beitrag zum LillestoffWeihnachtskleid. Mal nicht in traditionellen gedeckten Weihnachtsfarben oder rot- nein.. gelb. Dieses Jahr finde ich, braucht es ein Strahlen im Dezember. Wie die Sonne. Wie das Leben.

Herzlichst,

Bella


#lilleweihnachtskleid #kleidernähenmitlillestoff #ZoéWeihnachtskleid

#SuzanWeihnachtskleid
#ManonWeihnachtskleid

#lillelieblinks

Donnerstag, 24. November 2016

Keiner sagt dir.....

Wenn du klein bist, willst du nur eines:
endlich groß sein.
Du willst erwachsen sein, einen Job haben, eine eigene Wohnung, einen Partner der dich liebt .. und Kinder.

 
 

 
Doch keiner, absolut keiner, bereitet dich darauf vor, wie es ist, erwachsen zu sein.
Keiner sagt dir, dass du, wenn du erstmal erwachsen bist, nicht mehr wegrennen kannst. Nicht liegen bleiben kannst in deiner dicken Bettdecken-Höhle und die Welt ausblenden. Keiner sagt dir, dass jedes Kind deinen Stressfaktor vervielfacht. Keiner sagt dir, was auf dich zu kommt.
Bevor morgens alle Kinder aus dem Haus sind- und meist auch, bevor ich überhaupt geduscht und angezogen bin, habe ich bereits die Spülmaschine aus und wieder eingeräumt. Ich habe alle Betten gemacht und Wäsche abgehangen, aufgehangen, die nächste Ladung angeschmissen und rumliegende Dreckwäsche eingesammelt und sortiert. Ich habe die Kissen auf dem Sofa aufgeschüttelt und alle Wolldecken vom Vorabend zusammengelegt. Den Tieren Essen gegeben und Wasser kontrolliert. Das Frühstück für die Schule gemacht und nebenbei einen Kakao im Stehen getrunken.
10 Sekunden, nachdem ich das Kinderzimmer der Indianerprinzessin verlassen habe, sieht es dort aus wie nach einem Bombeneinschlag. Denn sie hat alle Puppensachen auf dem Boden ausgekippt und muss mindestens Mali und Lotta umziehen bevor es in die Krippe geht- je nach Wetterlage, selbstverständlich.
Zähne putzen, Haare kämmen, Kinder waschen, Windeln wechseln, über den Sinn und Unsinn von Strumpfhosen und Unterhemden diskutiert. Mindestens 20 Mützen und Handschuhe wieder zurück in die Schublade gestopft. Meist staubsauge ich noch, denn ich habe noch immer keine Erklärung dafür, was die Tiere nachts im Haus anstellen, während wir schlafen. Ganze Fellberge erwarten mich morgens im Flur....
Dann bin ich also endlich fertig und verfrachte das letzte von 3 Kindern ins Auto.
Bepackt mit 1 Rucksack (enthält 2 Puppen, eine Spieluhr, einen bis 2 Kuschelhasen, 1 Nucki und Wechselkleidung für die Puppen) und einer Sporttasche (enthält Maschhose und Matschjacke sowie diverses Auffüllmaterial für die Kita, von Windeln, Feuchttüchern über Wechselwäsche). In der einen Hand hält sie mindestens 1 Buch, in der anderen Hand einen Nucki.
Gut gelaunt ruft sie: "Hamwas, ham was????!" und singt lautstark ihre Kinderlieder, während ich überlege, was genau heute auf dem Plan steht.
An 4 von 5 Tagen die Woche arbeite ich. 2 Vormittage außer Haus, zwischen 2 bis 4 Nachmittage zuhause.
Mit dem Hund gehen, Wäsche abhängen, aufhängen, Spülmaschine ausräumen, Mittagessen vorbereiten,.... ab 14 Uhr zuhause weiter arbeiten.
Meist bis 17 Uhr.
Dann sind spätestens alle Kinder und der Mann zuhause.
Erzählen von ihrem Tag. Haben Hunger, wollen Abendbrot essen.
Ich hab aber leider noch Elternsprechtag, Elternabend, 1 von 3 Kindern hat Husten und muss zum Arzt.
Ich hab vergessen, Milch zu kaufen.
Die Indianerprinzessin heult weil die Puppe immer ihren Schuh verliert. Der wilde Kerl heult, weil das Lego nicht stehen bleibt. Das renitente Teenagermädchen versucht zwischen all dem Gekreische, DAS DRAMA zu erzählen, das mit Chantalle-Justine und Marc-Oliver-Dustin-Justin-Jason heute in der Schule passiert ist, während Frau Schulze-Müller-Habermann gar nichts gemacht hat.
Mittendrin flattern irgendwie eine Menge neuer Blätter auf dem Küchentisch ein. Schulfotograf, Theaterbesuch, Kopiergeld (Katsching, bitte zahlen Sie jetzt, gehen Sie nicht über Los.......).
Die Englischarbeit ist vermutlich in die Hose gegangen und übrigens, da ist ne Elternbeiratssitzung und da fällt die Schule aus....
Und am Sonntag ist Handballturnier.
Ich schaue in meinen Terminplaner und sehe keine freie Spalte.
 

  Das Haus sieht aus wie Sau. Die aufgeschüttelten Kissen, die zusammengelegten Decken fliegen auf dem Sofa umher, wahlweise auf dem Teppich, denn sie bauen gerade Buden und schreien "WO BIN ICH??"
Ich sehne die Schlafenszeit herbei.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
Der nächste Morgen, der nächste Tag- genauso.
Ich sehne das Wochenende herbei.
Leider ist ein Wochenende bei uns kein Wochenende wie in der Werbung. Statt weißer Bettwäsche und selig wohligem Lächeln und kuscheln im Bett haben wir Kinder, die nach Frühstück brüllen, während sie sich prügeln. Wahlweise darum, wer den Tisch decken darf oder muss (je nach Stimmung) oder wer das Spielzeug zuerst hatte.
Das renitente Teenagermädchen stöhnt: "OOOooh Leute, euer Ernst?! kommt mal runter!"
Die Bügelwäsche schaut mich vorwurfsvoll an. Während ich sie weg bügle und mich darüber freue, mit der Hausarbeit durch zu sein, haben Mainzelmännchen alle Wäschekörbe wieder wie durch Zauberhand mit Dreckwäsche gefüllt.
Ich freue mich auf den Montag.
Sonntag. Wir haben Besuch.
Die Frage kommt auf, was ich denn jetzt eigentlich mache. Ob ich wieder arbeite oder "nur zuhause " bin.
Antwort meines Mannes:
"Sie näht den ganzen Tag. Sie tut ja nichts anderes als nähen."
 
 
Ich schweige.
 
 
Warum ich nähe?
 
 
Weil das Ergebnis, das ich hinterher in den Händen halte, länger anhält als das Ergebnis, wenn ich einen ganzen Tag lang zuhause geschrubbt, geputzt, gebügelt und geackert hab.
Weil ich weg atmen muss, dass ich einen ganzen Vormittag alle Fenster im Haus geputzt hab - und abends bereits auf verschiedenen Höhen verschieden große Handabdrücke auf verschiedenen Fenstern in verschiedenen Räumen zu sehen sind. Oder Abdrücke von Katzenpfoten oder Hundenasen.
Ich nähe, damit ich wenigstens in einem Bereich das Gefühl habe, nicht gegen Windmühlen zu kämpfen.
Weil ich sehe, was ich geschaffen hab.
Und es nicht innerhalb weniger Minuten durch eine Horde Kinder wahlweise Ehemann zerstört ist.
Keiner, wirklich keiner, bereitet dich darauf vor, wie es ist erwachsen zu sein. Wie es ist, Kinder zu haben.
 

  Und keiner sagt dir, dass du jeden Abend tot ins Bett fallen wirst.
 
Und keiner sagt dir, dass es die schönste Zeit in deinem Leben ist.
 
 

  *****
Sm: 20 Minuten Longshirt von muckelie
Plott Datei von Wiener Maedchen, geplottet aus Snappap

ab zu RUMS

Mittwoch, 31. August 2016

Unser Sabbat Jahr.

 
 
Dieser Sommer war anders: für uns gab es kein Sommerloch.
 
Kaum hatte ich Ende 2015 meinen neuen Jahreskalender in den Händen, haben wir uns zusammen gesetzt und geplant.
 
"Wie soll unser Jahr 2016 werden?... worauf wollen wir am Ende des Jahres zurück blicken?"
 
 
Ziemlich schnell stand fest: wir wollen viel unternehmen als Familie- UND... dieses Jahr steht der Garten im Mittelpunkt, nicht die Baustelle im Haus.
 
Das Jahr ist noch nicht um- aber bereits jetzt kann ich sagen, dass wir sehr erfolgreich in beiden Punkten waren.
 
Dieses Jahr ist eher ein "Wir igeln uns ein"-Jahr. Viel Zeit  zu 5. Wenig Zeit mit dem Rest der Welt.
Wir brauchten und brauchen das einfach mal.
Ich bin letztens über den Begriff "Sabbat Jahr" gestoßen. Wenn man so will, haben wir uns im weitesten Sinne auch ein Sabbat Jahr gegönnt. Nur unter uns. Und das Beste: es ist noch nicht vorbei- und wir genießen es sehr!
 
Ja ja jippieh ja ja... der Werbeslogan eines Baumarkts ist bei uns dieses Jahr Devise.
 
Wir wollten uns den Garten schön machen. Seit wir hier eingezogen sind, haben wir uns nie wohl gefühlt im Garten. Immer gingen Bauarbeiten oder andere Sachen vor.
 
Das haben wir nun geändert.
 
Hier mal unsere Vorhaben kurz notiert:
1) Rasen. Wir wollen Rasen!
2) Alten Holzunterstand abreißen
3) neuen Holzunterstand bauen
4) neue Spielecke für die Kinder bauen
5) Strandkorbecke bauen (MEIN GROSSER WUNSCH)
6) Hochbeete bauen.
 
Angefangen haben wir im Frühling mit der Strandkorbecke.
Mein Mann hat mir zu Valentinstag 2015 nämlich einen Strandkorb geschenkt. Seitdem lag er einsam und allein in der Ecke. In Frankreich haben wir ihn gar nicht mehr aufgebaut und in Deutschland musste er den kalten Winter allein draußen verbringen. Das sollte sich nun ändern.
Eine Strandkorbecke für Mama war also der Plan.
 
Hier seht ihr Tag 1:
 

Auch Rosa war hellauf begeistert. Als Labrador gibt es doch nichts besseres und schöneres, als im Dreck zu spielen oder zu liegen!


Nachdem wir die Maße festgelegt hatten, begann das ausschachten.
 
 

Noch sieht es nicht sehr spektakulär aus, oder?
 
Dann wurde die Elektrik verlegt (dort kommen später Stromanschluss und Licht hin, wenn ALLES fertig ist).
 
 
Damit wir ein Gefühl kriegen für die spätere Aufteilung in der Ecke, haben wir uns eine Palette an die Stelle gelegt, wo der Strandkorb hin soll. Die blieb dann auch dort liegen, als Unterkonstruktion für den Strandkorb, damit er sicher steht und von unten nicht weggammelt wenn er immer im Sand steht.
 

 
 
Es sieht nach allem Möglichen aus, aber nicht nach einer Strandkorbecke, oder?
Wartet ab... jetzt ging es plötzlich recht schnell:
Vom Sandsteinwerk im Nachbarort kam dann schon die Sandlieferung <3
Unter den Sand haben wir allerdings eine Plane verlegt, damit von unten kein Unkraut hochwachsen kann.
Die gabs letztes Jahr im Herbst auf dem Restetisch unseres Discounters für kleines Geld. Für uns ein Glücksgriff!
 
 
 
 
Ein wenig Kopfzerbrechen bereitete uns der Eingangsbereich. Wie sollen wir einen sauberen Übergang schaffen, ohne dass die Kinder stolpern , Dreck hereingetragen wird oder der Sand rausrieselt in den Gartenbereich?
Mein cleverer Mann hat sich dann etwas zurecht gebastelt und eine halbrunde Betonschalung mit Schnellbeton gebaut.
 
 
 

 
Da wir bereits die Terrasse planen, wurde die neue Rasenkante auch direkt passend gesetzt.

Hier seht ihr die Unterkonstruktion für unser Weinfass.
3 Stück haben wir uns aus Frankreich mitgebracht, die nach und nach alle einen Platz im Garten finden sollen.
 
Das erste Fass habe ich mir in der Strandkorbecke gewünscht. Als Ablagefläche für Getränke, Kerzen.. und was man sonst so braucht wenn man im Garten urlaubt!
 
 
 
Achtung.. Finale!!
Auf einmal ging alles ganz schnell... und da war sie. Meine Strandkorbecke!
Der Nachbar hatte sogar noch ein einzelnes Sichtschutzelement über, sodass wir keines besorgen mussten- und schon haben wir ein klein bisschen Privatsphäre <3 (Keine Sorge, unsere Nachbarn sind toll und der Rest der 10 m Zaun sind ohne Sichtschutz! <3)
 
 
 
 
 

 
 
 Insgesamt hat das Bauen der Strandkorbecke 5 Tage gedauert.
 
Inzwischen ist rundherum auch alles grün, denn wir haben Rasen gesät und fleißig gegossen und gepflegt.
 
Auch eine Hängematte haben wir wieder. Der Holzunterstand im Garten ist abgerissen und dafür haben die Kinder nun eine Spielecke im Garten (noch ein wenig Stiefmütterlich eingerichtet, aber nächstes Jahr müssen wir ja auch noch was zu tun haben!).
Wenn alles klappt, kommen im Herbst noch 2 Hochbeete dazu.
 
Mein großes Sorgenkind ist die Gartendeko.
 
Außer diesen Windlichtern, die mit der tollen Plotterdatei "Waldfee" von "Wunderfein" entstanden sind, fehlt mir absolut die Inspiration.



 
Ist eine Wimpelkette zu albern? Sind Kissen sinnvoll?
Habt ihr Ideen, wie ich meine Strandkorbecke schön gestalten kann, damit sie noch schöner wird?
 
Ich freue mich sehr über eure Tips und Ideen- ich komm allein einfach nicht weiter.
 
Ansonsten freue ich mich, wenn euch mein Bericht über die Entstehung meine Strandkorbecke gefallen hat <3
Ich freue mich schon sehr darauf, in wenigen Wochen meine liebsten Nähmädels hier begrüßen zu dürfen. Denn bald ist Lillefestival und das Haus wird voll sein! Ich werde sie alle in die Strandkorbecke quetschen und werde auf ein Gruppenfoto bestehen!
 
Euch aber wünsche ich, dass ihr den Sommer, der derzeit doch noch mal Fahrt aufgenommen hat, in vollen Zügen genießen könnt!
 
Das Leben ist schön! Ich hoffe, mein neuer Lieblingsplatz darf zu Rums, auch wenn es nicht genäht oder gebacken ist- und ich nicht allein daran gewerkelt hab...
 
 
Herzlichst,
 
Bella
 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Freitag, 17. Juni 2016

Sommerhelden gesucht...

 
Die EM 2016 läuft. Deutschland wartet auf ein neues Sommermärchen.
 
Unsere Sommerhelden befinden sich in Frankreich und kämpfen dort um den Fußballsieg.
 
Alle? Nein nicht alle Sommerhelden....
 
Ein paar sind in Deutschland geblieben.

 
Eigentlich würden wir erst jetzt, nach dieser EM, aus Frankreich zurückkehren.
Nun sind wir seit fast einem Jahr wieder hier und beobachten das Geschehen aus weiter Ferne.
Das macht aber nichts.
Denn meine Sommerhelden sind hier, bei mir.
 


Und damit meine ich nicht nur meine Shirts nach dem neuen Ebook von Fred von Soho, die Familienbande 3.0, die Sommerheld und Sommerheldin für Papa und Mama enthält sowie Sonnenschein für die lieben Kleinen- nein ich meine damit meine Familie.
 
 
Dieser Sommer steht im Zeichen meiner Familie, wir haben einiges vor und bereits einiges geschafft.
Rasen. Wir haben endlich RASEN.
Keinen Fußballrasen, keinen englischen Rasen- sondern einfach grünen Rasen im Garten.
 
 
Noch müssen wir ca 2. Wochen warten, bis wir ihn endlich betreten dürfen, aber dann aber dann aber dann...wird kein Halten mehr sein!
 

Wie man sich so über Rasen freuen kann?
Ganz einfach: In Südfrankreich gibt's keinen! Da hast du genau 3 Optionen für dein Grundstück:
 
  • rote, trockene Erde.
  • Kiesaufschütten auf dem gesamten Grundstück oder
  • Kunstrasen verlegen.
Darum freu ich mich, dass wir in Deutschland sind und Rasen haben. :-D
 
Das war vielleicht kein tiefschürfender oder tiefgehender Blogbeitrag mit aufwühlenden Gedanken oder Erkenntnissen.
Muss auch nicht.
 
Habt einen wundervollen Tag!
 
 
 

Sonntag, 1. Mai 2016

#bygrazielablogtour 2016 oder: KLEIDER. MACHEN. LIEBE.

 
Bereits in der Antike gab es Rituale und Kulte um Mütter  zu ehren.
Der Muttertag, wie wir ihn heute kennen, hat seinen Ursprung jedoch in dem Gedenktag, den Anna Maria Jarvis 1907 anlässlich des Todes ihrer Mutter ins Leben rief. Im darauffolgenden Jahr wurde dieser Tag aufgrund des hohen Interesses wiederholt... und entwickelte sich quasi zu einem Selbstläufer.
1914 wurde der 2. Sonntag im Mai in Amerika bereits als offizieller Feiertag ausgerufen.
Durch den Erfolg und die Ausbreitung weit über Amerika hinaus wurde der Muttertag immer kommerzieller- und Anna Maria Jarvis setzte sich schlussendlich erfolglos dafür ein, den Tag wieder abzuschaffen.
In Deutschland hingegen ist der Muttertag kein gesetzlicher Feiertag, sondern das Ergebnis einer Kooperation verschiedener Wirtschafsverbände (laut Wikipedia).
Neben Weihnachten ist Muttertag der umsatzreichste Feiertag im Jahr- besonders im Blumen- und Buchhandel.
 
Genug Fakten.
 
 
 
Muttertag ist, sind wir mal ehrlich, toll. Balsam für die Mutter-Seele. Über Arbeitszeiten, ungenügenden Arbeitsschutz, fehlende gesetzliche Urlaubstage und mangelnde Anerkennung des Berufs HAUSFRAU und MUTTER will ich nicht diskutieren.
 
 
 
Meine Familie ist toll.
Muttertag ist bei uns nicht auf einen Tag im Jahr beschränkt.
Ich bekomme öfter mal Blumen von meinen Kindern, Überraschungen von meinem Mann- oder familienfreie Auszeit.
Ich habe nicht das Gefühl, dass nicht geschätzt wird, was ich tue.

Oder dass meine Familie mir an 364 Tagen im Jahr nicht dankt oder mich nicht liebt.
Ganz im Gegenteil. Sie lieben mich sehr.
 
 
 
Dieses Jahr ist Muttertag etwas ganz besonderes für mich. Meine kleine Tochter wird getauft- und meine Große am darauffolgenden Tag 13. Es ist dieses Jahr also mehr ein Töchter-Tag oder Töchter-Tage. Das Haus wird voll sein und wir feiern meine wunderbaren Mädchen.
 
 
Dies ist für mich als Mama Anlass, darüber nachzudenken, ob ich als Mutter ihnen denn auch genug Liebe gebe und ihnen zeige, wie sehr ich sie liebe.
Der Alltag einer Familie ist stressig, immer hat irgendwer einen Termin oder ein Problem, das es  zu lösen gilt. Zeit für den einzelnen bleibt wenig.
Wichtig ist mir jedoch, zu versuchen, meinen Kindern wenigstens einmal am Tag bewusst zu sagen, dass ich sie liebe.
 
Kinder brauchen gesunden Schlaf, damit sie wachsen können. Aber Kinder brauchen auch das Wissen, die Sicherheit, dass sie geliebt werden- so wie sie sind. Mit all ihren Macken und Fehlern.
 
 
 
Die Liebe zur Mutter ist die selbstverständlichste Liebe, die es gibt auf der Welt. Aber auch die konfliktbehaftetste.  Es ist nicht selbstverständlich, als Kind mit dem Gefühl groß zu werden, dass man geliebt wird.
 
 
 
Diese Sicherheit ist die Allerwichtigste in der Entwicklung eines Kindes und stellt die Weichen für künftige Beziehungen und das Wissen um die eigene Wertigkeit.
Ein geliebtes Kind wird stark und mutig und sicher in sich selbst. Es entwickelt Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten- und kann eigene Schwächen besser kompensieren ohne in ein emotionales Loch zu fallen, wenn es einmal scheitert.
Ein Kind, das sich der Elternliebe sicher ist, bei allem was es tut, wird sich zutrauen, neue Wege zu gehen und zu entdecken. Wird seine eigene Geschichte finden.
 
 
 
Daran denke ich , wenn ich an Muttertag denke.
 
Dazu braucht es keine Blumen oder Pralinen. Dazu braucht es nur Liebe.
 
 
 
 
 
Warum mein Blog Eintrag so heißt, wie er heißt?
Kleider machen Leute, heißt es so schön.

Ich glaube, es gibt keinen schöneren Stoff, um Liebe sichtbar zu machen, als diesen, den ich im Rahmen der #byGrazielaBlogtour vernähen durfte.
Und als Hannoveranerin kommt mir natürlich sofort das Musical von Heinz Rudolf Kunze in den Sinn, das eben jenen Titel trägt:
Kleider machen Liebe. <3



Als Schnittmuster für meinen Beitrag habe ich diese gewählt:

Kleid Pantea von Schnittgeflüster

Jacke Mayala von Schnittgeflüster

Hut Polli Capvon Kleiner Polli Klecks.

Stulpenliebe von Rosarosa

Den Stoff bekam ich von  byGraziela im Rahmen der Muttertags-Blog-Tour 2016 zur Verfügung gestellt. Hier ist der wunderbare Blog von Graziela, dort könnt ihr alle bisherigen Ergebnisse der BlogTour finden!


Ich hoffe ihr hattet Spaß mit meinem Beitrag zu dieser tollen Blogtour- und freue mich sehr auf die letzten beiden Beiträge am 3.5. und 6.5. von Nestgezwitscher und Sweet Things!

Herzlichst,

Bella